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Eierkuchen variieren

Inspiriert von einem Kochrezept, bei dem Pesto unter Eierkuchenteig gemischt wird, und dieser gebraten mit Lachs und Creme Fraiche serviert wurden, ersinnen wir ein Experiment: Welche Geschmäcker harmonieren mit Eierkuchenteig? Kann man Zutaten einbacken? Und verschiedene Teigvarianten übereinander schichten?

Wir entscheiden uns, fünf verschieden Teige, sowie ein Sortiment an Zutaten zum Füllen und Schichten herzustellen. Für die Teigvariationen greifen wir auf ein einfaches Grundrezept zurück, und ersetzen je nach Variation einen Teil der Milch durch andere Geschmack gebende Zutaten.

Für den Grundteig verrührt man für eine Portion Teig 125 g Mehl, 1/8 Liter Milch, 1/2 TL Backpulver und 1 Ei. Dabei macht sich eine Küchenmaschine bezahlt und erspart einem einen steifen Arm.
Wer mag, fügt dem Teig noch steif geschlagenes Eiweiss von zwei Eiern hinzu, zu dem man vorab eine kleine Prise Salz gibt. Wir tun dies bei der Rote Beete- und der Spinat-Variation.

Rote Beete-Variation
750 ml Rote Beete Saft zusammen mit 4 cl des italienischen Vanille-Kräuterlikors Galliano stark einkochen, bis ein sämiger Sirup entstanden ist. Von diesem 125 ml abmessen. Sollte weniger Flüssigkeit das Einkochen überlebt haben, die fehlende Substanz durch Milch ersetzen.
Das Ganze mit 3 Zweigen klein geschnittener Petersilie, Salz, Pfeffer und Zitrone abschmecken und mit den Zutaten für den Grundteig, natürlich ohne weitere Milch, zu einem Eierkuchenteig verarbeiten.
Wir wollen diesen Teig etwas luftiger machen und heben Eischnee von zwei Eiern unter den Teig.

Spinat-Variation
Jetzt wird es mühsam: Der doch stark verschmutzte Spinat muss gewaschen und geputz werden, was, obwohl wir nur 500 g Spinat haben, einige Zeit in Anspruch nimmt.
Fein herausgeputzt wandert er in den heissen Topf, in dem wir zuvor eine klein gewürfelte Schalotte in 1 EL Butter angedünstet haben. Er wird mit Zitrone, Salz, weissem Pfeffer, sowie Muskat abgeschmeckt.
Bevor wir den Spinat als Grundlage eines Eierkuchenteigs verwenden, pürieren wir diesen, um besser abschätzen zu können, welche Menge Milch wir noch hinzufügen müssen.
Auch diesen Teig versehen wir mit Eischnee.

Estragon-Variation
Die nächste Variation ist weniger arbeitsintensiv. Wir zupfen zügig 40 g frischen Estragon und heben ihn unter den Grundteig. Dazu ein wenig Zitrone, Salz und Pfeffer. Wer hat, verwendet Zitronen-Salz, das mit Stücken von frisch geriebener Zitronenschale versetzt ist.
Schon eine erste kleine Probe zeigt, diese Variation hat es in sich und ist nichts für Jedermann. Estragon ist und bleibt speziell.

Mango-Variation
Wir machen es uns noch einfacher und greifen auf hochwertige Convenience-Produkte zurück: eine Mango-Curry-Sauce aus dem gut sortierten Supermarkt.
Hiervon messen wir ca. 60 ml ab, geben 2 Packungen Vanillezucker hinzu, sowie 65 ml Milch. Um den Teig zu finalisieren, verfahren wir wie zuvor beschrieben.

Möhren-Variation
Ein halber Liter Möhrensaft wandert in den Topf und wird mit 4 cl des Likörs Tunel stark eingekocht. Wer diesen nicht vorrätig hat, kann zum Beispiel auf Sambucca oder Pernod ausweichen.
Unter Zugabe von ein wenig Zucker stellen wir eine weitere Teigvariante her.

Belegen und Füllen
Teil eins ist geschafft, die Teige stehen bratfertig vor uns. Wenden wir uns der Vorbereitung der restlichen Zutaten zu.
Für die Meerettich-Sauce verrühren wir 1 Packung Creme Fraiche mit 3 TL frisch geriebenem Meerettich und fügen noch etwas Zitrone hinzu.
Des Weiteren schneiden wir Sellerie in dünne Scheiben und kochen ihn vor, ebenso wie die Algen.
Die Frühlingszwiebeln schneiden wir in kleine Ringe. Den Lardo legen wir beiseite, um ihn später in die Eierkuchen einzubacken.

Die Verkostung kann beginnen
1. Wir probieren zuerst die Teigvariationen separat. Jede für sich schmeckt ausgeprägt individuell und kann als gelungen bezeichnet werden. Hervor sticht hier die Mango-Variation, die wohl am ungewöhnlichsten ist.
In Kombination mit der Meerettich-Sauce kann jede einzelne Variation als kleines warmes Abendessen bestehen.
2. Wir schichten die Teige: Teig 1 kommt in die Pfanne und wird kurz gebraten. Dann setzen wir eine Kelle eines zweiten Teiges darauf und braten den Duplex-Eierkuchen bis zum Ende.
Überzeugen können diese Kombination leider nicht. Egal welche Variationen man kombiniert, die Eierkuchen sind in ihrer Einzelversion besser.
3. Füllung Teil 1: Wir setzen einen Klecks Teig in die Pfanne, warten kurz, setzen dann ein Stück dünnen, vorgekochten Sellerie in die Mitte des Teiges und eine weitere Kelle Teig darüber.
Auch diese Kombination ist nicht wirklich glücklich. Der Sellerie wirkt eher wie ein Störfaktor und ergämzt den Pfannkuchen eher ungelenk.
4. Wir wiederholen die Befüllung mit Lardo. Und siehe da, eine kräftige, salzige, aber durchaus gelungene Geschmacksvariation tut sich auf. Hierbei gefallen die Kontraste zu den eher süßlichen Varianten mit Mango oder Möhre am meisten.
5. Anstatt den Pfannkuchen zu Füllen, legen wir nun die vorgekochten Algen in den noch flüssigen Teig. Nett. Nicht mehr und nicht weniger.
6. Wir wiederholen diese Zubereitungsart mit der Zugabe von Frühlingszwiebeln. Eine knackige, frische Variante, die durchaus ihren Scharm hat.

Resumee
Die Teigvariationen einzeln können überzeugen, die darauf aufbauenden Experimente bedürfen noch einiges an Feinschliff. Allenfalls die Variante mit dem eingebackenem Lardo besticht durch ihre Eigenständigkeit.

Experimentieren
1. Eierkuchen-Pralines: Nur mit einer Teigart könnte ein Eierkuchen gebacken werden, der eine (dick-)flüssige Füllung erhält. Doch wie bekommt man die Füllung in das Praliné?
2. Eierkuchen-Sushi: Der gebackene Eierkuchen wird mit Fisch oder Gemüse Sushi-artig geschichtet.
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Erstellt von > Alexander, > Steffen. Zuletzt geändert am 27.07.2009
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Neben den fünf Teigsorten verwenden wir Algen, Frühlingszwiebeln, Lardo, eine Meerettich-Sauce, Sellerie und kurz gebratenen Thunfisch.

Kann man machen, muss man nicht: Eierkuchen mit eingebackenen Algen.

Die Teigvarianten lassen sich problemlos schichten, einzeln entfalten sie ihr Aroma aber besser.

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